Viele Filialen verfügen über ein breites Sortiment – dennoch bleibt das wirtschaftliche Potenzial hinter den Möglichkeiten zurück. Eine strukturierte Filialanalyse im Einzelhandel kann helfen, Ursachen systematisch sichtbar zu machen.
In diesem anonymisierten Beispiel aus dem Non-Food-Bereich zeigte sich, dass Umsatz und Fläche nicht im Verhältnis zueinander standen. Nicht einzelne Produkte waren das Problem, sondern die konzeptionelle Struktur des gesamten Ladenauftritts.
Ausgangssituation
Die betrachtete Filiale stand vor mehreren strukturellen Herausforderungen:
- Unklare Flächenverteilung ohne erkennbare Prioritäten
- Wertige Warengruppen waren nicht ausreichend sichtbar oder erlebbar
- Das Online-Sortiment existierte, war jedoch kaum mit der stationären Fläche verknüpft
Die Umsätze entwickelten sich nicht proportional zur verfügbaren Verkaufsfläche
Analyseansatz
Eine Filialanalyse im Einzelhandel sollte nicht einzelne Warengruppen isoliert betrachten, sondern das gesamte Ladenkonzept systematisch prüfen.
Im Mittelpunkt standen drei zentrale Bereiche:
Flächennutzung und Priorisierung
- Entspricht die Flächenverteilung der wirtschaftlichen Bedeutung der Produkte?
- Sind margenstarke Bereiche sichtbar und strategisch platziert?
- Welche Flächen binden Raum, ohne spürbar zum Ergebnis beizutragen?
Es zeigte sich, dass die Fläche historisch gewachsen war, jedoch nicht konsequent nach wirtschaftlicher Relevanz strukturiert wurde.
Sortimentsstruktur und Präsentationslogik
- Ist eine klare konzeptionelle Linie erkennbar?
- Unterstützt die Präsentation die Wertigkeit der Produkte?
- Gibt es definierte Haupt- und Nebenbereiche?
Produkte waren vorhanden, aber nicht systematisch in ein nachvollziehbares Raumkonzept eingebunden.
Verzahnung von Online und Offline
- Wird das digitale Sortiment im Verkaufsgespräch aktiv eingebunden?
- Gibt es sichtbare Schnittstellen zwischen Fläche und Online-Angebot?
- Ist die digitale Erweiterung Teil der Strategie oder nur Ergänzung?
Hier zeigte sich deutliches Potenzial: Das Online-Angebot war vorhanden, wurde jedoch nicht strategisch mit dem stationären Ladenkonzept verknüpft.